Blick in die Zukunft: Medizintechnik in Zahnerhaltung und Endodontie - Tagungsbericht zur 4. DGZ-Gemeinschaftstagung

 

 

 

Frankfurt am Main/Dresden, Januar 2021. Die Kurzvortragspräsentationen der 4. Gemeinschaftstagung der DGZ und der DGET mit der DGPZM und der DGR²Z fanden vom 26. bis 28. November 2020 pandemiebedingt als reines Online-Format statt. Der DGZ-Verbund stellte dabei medizintechnische Entwicklungen einerseits sowie einen breiten Querschnitt aus der Forschungsarbeit der restaurativen Zahnerhaltung und Endodontie andererseits vor.
 

Ursprünglich sollte die Tagung des DGZ-Verbundes bestehend aus Deutscher Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ), Deutscher Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie (DGET), Deutscher Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM) und Deutscher Gesellschaft für Restaurative und Regenerative Zahnerhaltung (DGR2Z) als Präsenzveranstaltung in Dresden stattfinden. Doch die Pandemie vereitelte das Vorhaben und die Veranstalter stemmten innerhalb kürzester Zeit erfolgreich die Umgestaltung des Kongresses in ein virtuelles Format aus wissenschaftlichen Kurzvorträgen. Die meisten Hauptvorträge aus der ursprünglichen geplanten Präsenzveranstaltung werden im Rahmen der Online-Angebote der DGZ und der DGET sukzessive präsentiert.

Passend zum Tagungstitel „Zahnerhaltung und Endodontie im 21. Jahrhundert – Herausforderungen und technische Innovationen“, stellte der Verbund ingenieurwissenschaftliche Entwicklungen und biowissenschaftliche Grundlagenforschung in der Zahnheilkunde aus dem sächsischen Wissenschaftsstandort an der Elbe als Schwerpunktthemen vor.

 

 

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Zum Rückblick mit Bildergalerie ...

 

Die live-vorgetragenen Keynote-Lectures behandelten Innovationen in der Medizintechnik. Prof. Frank Brückner (Fraunhofer IWS, Dresden) schilderte eindrucksvoll die Möglichkeiten additiver Fertigungstechniken, die zunehmend auch Eingang in die Zahn-Mund-Kieferheilkunde finden . Bei den bildgebenden Verfahren erläuterte Dr. Julia Walther vom Arbeitsbereich medizinische Physik und biomedizinische Technik der TU Dresden, wie die hyperspektrale Bildgebung und die optische Kohärenztomograpie zur Diagnostik von Karies und Weichgewebsveränderungen genutzt werden können.

 

 

 

 

 

 

Bild 1: Die Referenten der Impulsvorträge, Prof. Dr. Frank Brückner/Dresden und Dr. Julia Walther, bei der Diskussion mit Prof. Dr. Christian Hannig // Bild: DGZ

 

Forschungsförderprogramme für Nachwuchswissenschaftler

Gerade Nachwuchswissenschaftlern boten die Organisatoren die Möglichkeit, ihre aktuellen Forschungsarbeiten aus den universitären Standorten in Deutschland in über 60 Kurzvorträgen einem interessierten Publikum via Bildschirm zu präsentieren. „Die DGZ legt sehr viel Wert auf die Nachwuchsförderung“, betonte DGZ-Präsident Professor Christian

Hannig, „sowohl über die Forschungsförderlinien der einzelnen Verbundpartner, als auch über die Habilitanden-Förderung, die Möglichkeit der DGZ-Juniorspezialisierung und das in Vorbereitung befindliche Doktorandenprogramm.“ Letzteres konnte pandemiebedingt noch nicht umgesetzt werden. So stellte der DGZ-Verbund an dem traditionell vorgeschalteten „DGZ-Tag der Wissenschaften/Universitäten“ Projekte aus den Forschungsförderprogrammen der DGPZM und der DGR2Z vor. Die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen dabei unter anderem, ob sich orale Mikroorganismen an antiseptische Mundspüllösungen adaptieren können oder wie sich Bulkfillkomposite in der ersten und zweiten Dentition im Hinblick auf Randintegrität und Polymerisationsspannungen verhalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild 2: Empfänger von Mitteln aus den Forschungsförder-programmen der DGPZM/DGR²Z präsentieren ihre geförderten Projekte. Von links: Dr. Jana Schmidt/Leipzig, Priv.-Doz. Dr. Fabian Cieplik/Regensburg, Dr. Michael Egermann/Witten/Herdecke, Erik Eichler/Hannover,
Alina Paganini/Zürich (CH) // Bild: DGZ

 
Innovationen in der Endodontie
 
Medizintechnische Innovationen haben die endodontische Behandlung vereinfacht und sind nach wie vor wesentlich für die Entwicklung des Fachgebiets. In Kurzvorträgen zum Thema Endodontie stellten Referenten unter anderem die quantitative Polymerase-Kettenreaktion (qPCR) als eine molekularbiologische Methode vor, mit der die Reinigungswirkung unterschiedlicher Spülprotokolle auf die bakterielle Kontamination des Wurzelkanals untersucht werden kann. Darüber hinaus simulierten Forscher Wurzelkanalverläufe und Kanaleingangswinkel und testeten den Substanzverlust bei verschiedenen Aufbereitungssystemen.

 

 

 

 

 

Bild 3: Dr. Marie-Theres Weber/Dresden und Dr. Tomas Lang/Witten/Herdecke präsentieren Innovationen in der Endodontie // Foto: DGZ

 

 

Praktische Lösungen nicht-alltäglicher Fälle

Im Vortragsblock „Aus der Praxis für die Praxis“, aber auch in anderen Vortragssessions, zeigten Wissenschaftler nicht-alltägliche Fälle aus Praxen und Universitätszahnkliniken und deren erfolgreiche Lösung. Sie demonstrierten die Möglichkeit des Vitalerhalts von pulpitischen Molaren über eine Pulpotomie, die intentionelle Replantation als Möglichkeit, Zähne in bestimmten Fällen besser außerhalb des Mundes zu behandeln und anschließend wieder zu replantieren oder wie mit einer modifizierten Tube-Dorn-Apparatur Fragmente aus Wurzelkanälen geborgen werden konnten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild 4: Im Forum "Aus der Praxis für die Praxis könnten niedergelassene Kolleginnen und Kollegen außergewöhnliche Fälle präsentieren // Foto: Yakobchuk viacheslav/ Shutterstock.com

Jahrestagung 2021 gerne wieder in Präsenz!

Insgesamt zeigten sich die beiden Tagungspräsidenten Professor Christian Hannig und Dr. Bijan Vahedi sehr zufrieden darüber, wie das wissenschaftliche Kurzvortragsprogramm als Online-Format realisiert worden war. „Obwohl uns allen natürlich das persönliche Gespräch in den Pausen sehr gefehlt hat“, so Hannig. Beide freuen sich darauf Teilnehmer und Mitwirkende auf einer der Tagungen der Verbundfachgesellschaften, im nächsten Jahr – hoffentlich – wieder persönlich begrüßen zu dürfen.

 

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung weitgehend verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung für alle Geschlechter.