Empfehlungen zur Kariesprävention bei bleibenden Zähnen
Die Empfehlungen basieren auf der wissenschaftlichen Leitlinie zur „Kariesprävention bei bleibenden Zähnen" (AWMF-Reg.-Nr. 083-021). Sie wurde erstmals 2018 veröffentlicht und 2025 nach Überarbeitung neu herausgegeben. In dieser Rubrik finden Sie die wichtigsten Empfehlungen verständlich und übersichtlich aufbereitet und erklärt. So erhalten Sie einfache Tipps, wie Sie Ihre Zähne gesund halten können.
Karies ist in Deutschland nach wie vor eine der häufigsten Erkrankungen: Fast jede/r rwachsene und immer noch sehr viele Jugendliche sind im Laufe Ihres Lebens davon betroffen. Dabei wäre Karies durch konsequente Vorbeugung vermeidbar. Doch welche Maßnahmen halten die Zähne ein Leben lang gesund und kariesfrei? Was ist wissenschaftlich abgesichert? Diese Patienteninformation beruht auf der aktuellen wissenschaftlichen Leitlinie zur Kariesprävention bei bleibenden Zähnen. Auf der Basis internationaler Forschungsergebnisse werden verschiedene Empfehlungen gegeben:
Bei drei der Empfehlungen ist jeder täglich selbst gefragt, weitere vier werden in der zahnärztlichen Praxis nach Bedarf angewendet.
Zuhause und jeden Tag
2 x täglich für mindestens 2 min systematisch Zähne mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzen und die Zahnzwischenräume mit Bürste oder Zahnseide reinigen
Zuckeraufnahme möglichst geringhalten, vor allem zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten und zuckerhaltige Getränke vermeiden
Nach Mahlzeiten zuckerfreien Kaugummi kauen
In der Praxis
Präventionsprogramme wahrnehmen
Weitere Fluoridierungsmaßnahmen anwenden
je nach individuellem Kariesrisiko
Bei Bedarf: Chlorhexidin (CHX)-Lack mit mindestens 1 % CHX anwenden
Versiegelung kariesgefährdeter Fissuren
Zähne und Zwischenräume putzen
Als Basismaßnahme zur Kariesvermeidung sollten Sie sich mindestens zweimal täglich gründlich die Zähne putzen und zwar mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta. Ziel dabei ist neben der Beseitigung von Speiseresten die möglichst vollständige Entfernung des bakteriellen Biofilms, der als Zahnbelag (Plaque) den Nährboden für die Entstehung von Karies bildet.
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Ob Sie eine Hand- oder eine elektrische Zahnbürste verwenden, ist nicht entscheidend. Wichtig ist die sorgfältige Durchführung: Nach zwei Minuten Putzen sind durchschnittlich 41% der Plaque entfernt, während eine Minute nur 27% der Plaque reduziert. Daher sollte das Putzen mindestens zwei Minuten dauern und nach den Mahlzeiten erfolgen. Dabei ist es besonders wichtig, eine Systematik einzuhalten, damit alle Zahnflächen gleichermaßen erreicht werden.
Nach jeder Mahlzeit bauen Bakterien in der Mundhöhle die in der Nahrung enthaltenen Zucker ab. Dabei bilden sich im Zahnbelag, der Plaque oder dem Biofilm, Säuren. Der pH-Wert im Biofilm sinkt in den sauren Bereich. Die Säuren greifen die Zahnoberfläche an und entziehen ihr wichtige Mineralstoffe. Schreitet dieser Prozess der Entkalkung und Auflösung der Zahnsubstanzen unge-hindert fort, entsteht Karies. Karies kann verhindert werden. Dazu ist Ihre Mitarbeit gefragt.
Leitlinien werden systematisch entwickelt. Sie fassen für Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen und Patienten den aktuellen Wissens- und Behandlungsstand zu einer Erkrankung zusammen und geben klare Handlungsempfehlungen. Die vorliegende Patienteninformation zur Leitlinie Kariesprävention fasst für Sie kurz und knapp zusammen, durch welche Maßnahmen Sie Ihre Zähne dauerhaft gesund erhalten können. Darüber hinaus sollen Zahnärztinnen und Zahnärzte, zahnärztliches Praxispersonal, Erzieher/innen, Lehrer/innen und Eltern diese Empfehlungen weitergeben.